Miruschk's Zauberkoffer
  Startseite
    Moyen Age
    News
    Linie 1
  Über...
  Archiv
  rattenfänger
  Fadenspiele
  Gästebuch
  Kontakt
 


 
Links
   Die schöne Kostümseite von Hitomi
   Die Seite zum Medievales in St-Ursanne
   Die Seite meiner Flamencolehrerin Tina
   die rattenfänger - meine Theatergruppe

http://myblog.de/miruschk

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Nähen ist eigentlich etwas, wozu ich eher selten Zeit habe (vom gelegentlichen Knopf annähen abgesehen – und hej, meine Beige mit Flickzeug ist dauernd am zunehmen).
Ausserdem bin ich im Handi-Unterricht traumatisiert worden: Ich war einfach bei jeder Tätigkeit zu langsam! Ich habe mir durchaus Mühe gegeben, aber ich erinnere mich, dass ich immer nachholen ging, damit meine Stücke auch mal fertig wurden.
Aber eigentlich finde ich es eine sehr schöne Beschäftigung. Ich habe auch jede Menge Ideen, was ich mir gerne nähen würde: Aus den tansanischen Kangas leichte Tuniken oder andere Sommerkleider. Kangas sind bunt bedruckte, leichte Baumwollstoffe. Einige Frauen tragen sie einfach um den Körper gewickelt, oft werden sie aber auch per Schneider verarbeitet (diese reizenden, auf den Körper geschneiderten Kleider mit den Puffärmeln...). Auch Vorhänge, Tischtücher, etc. werden aus Kangas gearbeitet und für mich waren sie DAS Souvenir – nur bleiben die Stoffe bisher unverarbeitet.
Dann würde ich mir gerne einen Flamencorock schneidern. Und ein neues Mittelalterkleid. Mein altes (einmal getragenes) ist zwar bisher die Zierde meiner Schneiderkunst (was nicht viel zu besagen hat), aber ich habe es eben doppelt genäht, mit einem irrsinnig weiten Rock und das hat ziemlich Gewicht.
Aber restons au présent und da bin ich mit meinem Mittelalter-Unterhemd beschäftigt. Das letzte Mal konnte ich ja dasjenige von Salome anziehen. Wie das Kleid wurde auch das Unterhemd vor 2 Jahren begonnen und blieb seit dann so ziemlich unangetastet. Das ist schon eine zeitliche Frage. Ich weiss genau, dass bei mir alles schnell und eilig genähte meist in einem Geschnurpf endet. Ausserdem gehört für mich gerade bei einem Mittelalterkleid das Handgenäht-Gefühl dazu – beim Kleid waren es allerdings nur die Nestellöcher und alles was die Maschine nicht schaffte, das ich von Hand genäht habe. Auch beim Hemd habe ich die Seitennähte mit Maschine genäht und – da Leinenstoff – noch gezickzackt. Dieses Jahr nahm ich mir vor, den Rest mit viel Musse von Hand zu nähen. Und das ist ja jetzt wirklich etwas, was ich in meinem Rekovaleszenten-Zustand gut tun kann. Als erstes versäubere ich die (zwar schon gezickzackten) Nähte. Ich denke, dann setze ich die Ärmel ein, welche ich auch vor zwei Jahren schon zugeschnitten und zusammengenäht hatte.
Als Vorlage nahm ich Salomes Hemd, das sie als „Hildegard von Basel“ trägt. D.h., über die Abfolge der Schritte muss ich mir selber Gedanken machen. Das kommt dann manchmal schon ein bisschen komisch raus – aber eigentlich ist es ja gerade ein Teil des kreativen Prozesses. Denn das gefällt mir schon beim Nähen: Dass man sich vorstellen muss, was man gerne hätte und wie dann die einzelnen Teile zusammengesetzt werden müssen, damit es dann so kommt wie gewünscht. Ich erinnere mich an etliche Gänge vor den Spiegel, als ich am Oberteil des Mittelalterkleides gearbeitet habe...
Das Handnähen finde ich zudem sehr entspannend – man kann Musik oder Geschichten hören, während man näht und als Aufgabe hat es (so man eben nicht Stress ist) etwas fast meditatives. Ich habe das Gefühl, dass ich heute doch schon ordentlich vorangekommen bin und bin ganz zufrieden. Ausserdem hat das Nähen etwas süchtigmachendes, wenn man dran bleiben kann – schön, dass ich die Gelegenheit dazu habe!

Beim Nähen geht es vorwärts. Endlich bin ich nicht nur am Versäubern, sondern am Nähen (eben, am Ansetzen der Ärmel). Ich merke, es ist gar nicht so leicht, eine gerade Linie zu nähen, wenn man gleichzeitig versucht, eine gerade Linie zu nähen. Aber es könnte schlimmer sein.
Das Nähen macht sogar richtig süchtig. Mir kommen dauernd neue Projekte in den Sinn. Schade nur, dass der C&A keine Stoffabteilung mehr hat!

22.6.05
Das Nähen des Mittelalterhemdes macht Fortschritte und langsam ist auch ein Ende absehbar. Gestern habe ich mich an das Schrägband gewagt, welches am Kragenausschnitt befestigt wird. Ich weiss nicht genau weshalb, aber irgendwie hat mir der Kragen Angst eingejagt. Ich musste auch mehrere Male vor dem Spiegel antanzen und nochmals zuschneiden und korrigieren. Da verfluche ich meine übliche Strategie, grosszügig genügend Stoff zuzugeben, damit es nicht so schlimm ist, wenn ich nicht ganz gleichmässig zuschneide. V.a. ist es schlimm, wenn man den Stoff vor 2 Jahren zugeschnitten hat und trotz einiger Notizen nicht mehr so ganz weiss, was man sich damals überlegt hat. Ich habe dann gemerkt, dass ich durch das ungenaue Nähen eine Schulternaht tatsächlich noch etwas korrigieren musste... Jaja, ich lerne täglich dazu und v.a. auch, dass es sich nicht lohnt, hastig und dadurch ungenau zu arbeiten.
Ich habe dann noch mein Mittelalterkleid anprobiert und es ist wirklich viel zu weit – der Nachteil, wenn man abgenommen hat. Es war ja nie auf die Figur geschnitten und jetzt ist es halt noch weiter. Und mir fehlt immer noch ein richtiger Gürtel, was jetzt natürlich besonders ins Gewicht fällt. Ich war deshalb sofort inspiriert, ein neues Kleid zu nähen... Allerdings muss ich viel Zeit haben, um das in Angriff zu nehmen – nochmals stressen mag ich nicht. Schliesslich würde ich dieses Mal alles viel besser machen wollen. Und dann auch: Seit der C&A keine Stoffabteilung mehr hat, weiss ich gar nicht, wo ich günstigen Woll- und Leinenstoff erhalten könnte. Und teueren Stoff kann ich mir wirklich nicht leisten...

30.6.05
Hurrah, vorgestern habe ich mein Mittelalterhemd fertiggenäht! Ich bin schon etwas stolz darauf, schliesslich habe ich noch nie soviel von Hand genäht und es sieht wirklich teilweise richtig "ordentlich" aus. Jetzt muss ich noch den Stoff für das Kopftuch säumen... Und das Kleid selbst evtl. ein bisschen abändern... Und dann habe ich im Brocki einen schmalen, ungenähten Ledergürtel gefunden. Er ist zu kurz, aber ich habe mir gedacht, ich könnte ihn mit einem Stück Stoff verlängern - ist ja eh nur ein Behelf. Es wäre schön, wenn ich das alles bis zu den Médievales in St-Ursanne schaffen könnte!
Nicht nur Mittelalterlich gings in den letzten vier Wochen vorwärts, sondern ich habe auch diverse Knöpfe angenäht, Hosen geflickt, und bin jetzt beim zweiten Paar Leinenhosen am Beinlänge kürzen (immer das gleiche Problem...). Ich war also wirklich näherisch fleissig. Ich habe Ideen für mindestens drei Jupes, aber ich fange ja am Montag wieder mit der Arbeit an - mal sehen, wieviel Zeit mir dann noch bleibt!



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung